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Zinn(II)-chlorid

Grundstoff für Zinnverbindungen und effektiver Katalysator

Zinn(II)-chlorid ist ein farbloses und kristallines Pulver, welches gut löslich in salzsauren Lösungen ist. Wenn sie offen an der Luft gelagert werden, absorbieren sowohl die Kristalle, als auch die Lösung Sauerstoff, wobei ein unlösliches, weißes Oxidchlorid gebildet wird. Gewonnen wird Zinn(II)-chlorid, durch das Erhitzen von Zinn in Chlorwasserstoff.


Name

Zinn(II)-chlorid

Formel

SnCl2

Synonyme




Zinnchlorid
Zinndichlorid
Zinnchlorür
Einfach-Chlorzinn
Stannochlorid
Dichlorstannan

Zinn(II)-chlorid in der chemischen Industrie

Als Grundstoff gibt es für Zinndichlorid zahlreiche Anwendungen in der chemischen Industrie, ob als Rohmaterial zur Herstellung von zinnorganischen Verbindungen (Derivaten des Zinns) oder als Bindemittel und Katalysator in verschiedenen Prozessen, vor allem bei der Herstellung von Kunststoffen.

Beispiele sind thermoplastische Vulkanisate, elastische Kunststoffe, welche die kostengünstigen Eigenschaften von Thermoplasten mit der Elastizität von Elastomeren verbinden. Außerdem kann der Stoff für die Produktion von Phenolharzen als Vernetzungskatalysator eingesetzt werden und findet so Anwendung für alltägliche Produkte wie Haushaltsgeräte, Klebstoffe und Lacke.

Besonders für Veresterungsreaktionen hat sich Zinn(II)-chlorid zudem als effektiver Katalysator bewährt, wobei es aus dem finalen Ester herausgefiltert werden kann. Das Dihydrat wird zudem als Bindemittel für Polyesterharze verwendet.

Als Prozessadditiv in der Polymerverarbeitung werden sowohl reines Zinndichlorid, als auch Pulvermischungen verwendet.

Weitere Verwendungen

Auch in vielen Endanwendungen kommt Zinn(II)-chlorid direkt zum Einsatz. In der Galvanik wird es zur Vergütung von Metallen eingesetzt, zum Beispiel für die elektrolytische Zinnbeschichtung. Die Textilindustrie setzt es zur Farbgebung in verschiedenen Blautönen ein, zum Beispiel beim Indigo, und die Glasindustrie zur Oberflächenvergütung, um Flaschen und Behälter resistenter gegen Abnutzung und Bruch zu mache. Hier ist jedoch Zinn(IV)-chlorid stärker verbreitet.

In der chemischen Analytik kommt es außerdem für verschiedene Nachweisverfahren zum Einsatz, beispielsweise als Nachweismittel für Arsen, sowie als Reduktionsmittel für organische Nitro-, Azo- und Diazoverbindungen.

Selbst in der Lebensmitteltechnik wird Zinn(II)-chlorid genutzt: Als Zusatzstoff E512 ist es Antioxidationsmittel, Säurungsmittel und Stabilisator und verhindert, dass sich heller, gelber Spargel dunkel verfärbt, wenn er in Dosen konserviert wird.

BNT-Name

Produktvariante

Kurzform

BNT-CAT 100

Zinn(II)-chlorid, wasserfrei

SnCl2

Zinn(II)-chlorid Dihydrat, kristallin

SnCl2∙2 H2O

Transport und Lagerung

Transport und Lagerung von Zinn(II)-chlorid ist unter anderem in Kanistern möglich. Verschlossen und in Originalverpackung ist es mindestens 6 Monate lang ohne Qualitätsverlust lagerfähig.